Jetzt scheibenfrei

Im Urlaub hat sich zum zweiten Mal eine Festplatte in meinem Notebook verabschiedet. Nein, ich hab mich nicht draufgesetzt. Die Platte lief auch noch, aber schnarchlangsam, und zuhause meldete der fix installierte SMART-Checker sinngemäß: Mach ein Backup und tausch mich aus, ich bin nämlich kaputt.

Das hat mir gereicht. Zeit für eine Solid State Disk. Aber nicht für eine sündhaft teure, sondern die Billiglösung. Man nehme: Eine CompactFlash-Karte mit 16 GBytes (Kostenpunkt knapp über 40 Euro) sowie einen CF-IDE-Adapter (Kostenpunkt 1 Euro). Der Haken an dem CF-IDE-Adapter: Den gibt’s nur über ebay bei einem Versender in Hongkong. Sicherheitshalber bestellte ich gleich zwei Adapter, denn die Lieferzeit war sicher exorbitant und 50% des Billigelektrozeugs von da ist eh kaputt.

So war’s dann auch. Ich lasse mal offen, ob ich den ersten Adapter kaputtgemacht habe, indem ich ihn zuerst falschrum eingestöpselt habe (wie auf dem Foto), oder ob er vorher schon defekt war. Der zweite (auf dem Foto noch eingetütet) ging dann: Mein Notebook startete und verkündete im BIOS, eine 16 GB-Festplatte zu besitzen. Mein Notebook ist scheibenfrei und verbraucht logischerweise auch noch weniger Strom.

Der nächste Schritt: Linux installieren. Genaugenommen ist das der weitaus kompliziertere Schritt.
Denn: Ich habe meine Lieblings-Distribution immer noch nicht gefunden. Meine Anforderungen sind dabei recht simpel:

  • Ich will bequem surfen, mailen und schreiben

Klingt leicht, bedeutet aber mehr als die Anwesenheit eines Browsers:

  • Stabile WLAN-Verbindung zu meinem Router
  • Samba-Verbindung zu meinem Fileserver, und das bitte automatisch beim Systemstart
  • Ohne Flash und Java geht’s nicht
  • mp3 und gängige Videos müssen abspielbar sein
  • Schnelles System
  • Funktionierender Tiefschlafmodus (Hibernate/Suspend-to-disk)

Meine Erfahrungen mit unzähligen Linux-Live-CDs? Von vernichtend bis unfassbar.

Ubuntu oder Xubuntu: „Out of the Box“ Kein Flash, kein Java, kein mp3.

Knoppix: Installation „auf eigene Gefahr“. Danke.

Sam: Das hatte ich vorher auf der Platte, sogar Wine war mit dabei, aber Samba zickte und Suspend ging nicht. Da es auf PC-Linux-OS basiert, dachte ich, ich probiere das mal:

PC-Linux-OS: Hat zwar Java und Flash am Start, aber der Versuch, OpenOffice zu installieren, wurde mit nichtssagenden Meldungen quittiert.

Mandriva: Hübsch blau, aber auch kein Flash, kein Java.

GoblinX: Sympathisch und schnell, made in Brazil. Ich war ein Goblin, bis ich nach der Installation zum ersten Mal Firefox startete. Ich sollte die Lizenzvereinbarung bestägigen, klickte OK und – nichts passierte. Die Lizenzvereinbarung blieb störrisch auf dem Bildschirm, Firefox war nicht zu starten. Dafür funktionierte Suspend auf Anhieb.

Zenwalk: Ich muss gestehen, dass mir gerade entfallen ist, was da nicht ging.

Mint: Alles drin. Gefiel mir, bis ich versuchte, es zu installieren. Der Install-Wizard hängte sich nach Schritt 5 auf, das CD-Laufwerk rappelte gute zwanzig Minuten, bis ich es aufgab.

Was nun?

Ganz einfach: Einen der hübschen, neuen Firmen-USB-Sticks abgestaubt, bootfähig gemacht, die Mint-Live-CD draufkopiert (wie das geht, steht hier), gebootet – und klappt auch die Installation.

Nach der Installation über Nacht und dem Aktivieren des WLAN dank Linux Mint Wiki (keine Ahnung, wieso ich das nicht ohne hingekriegt habe, ping auf den Router ging, Internet aber nicht) kann ich auf dem Balkon surfen.

Nun zu der spannenden Frage, wie schnell so eine SD-Harddisk eigentlich ist. Testresultate mit Bonnie++:

Gerät Schreibrate Block Leserate Block Random Seek
AData Speedy 16 GB, CompactFlash 6012 KB/s 13584 KB/s 1531/s
Samsung MP0402H, 40 GB 2,5″ tbd tbd tbd
Hitachi HDT725050, 500 GB 3,5″ 58847 KB/s 71425 KB/s 249/s