Fans feiern Corona

Anlässlich des 200. Geburtstags Erscheinens des Corona-Magazins feierten um die 50 Fans in Mülheim an der Ruhr unter dem Motto „Listen to the Universe“ die Phantastik, Science Fiction im Besonderen sowie sich gegenseitig.

Der umtriebige Veranstalter und Moderator Mike Hillenbrand hatte ins schöne Mülheim eingeladen, und eines steht fest: Der Mann ist der perfekte Gastgeber. Das geplante Programm erwies sich feilich schnell als oversized, denn schon der erste Programmpunkt startete mit einer einstündigen Verspätung. Andrea Tillmanns mit einem Märchen und Frank Hebben mit einer anspruchsvollen kontrafaktischen Steampunk-Story bildeten einen nicht ganz leicht verdaulichen Aufgalopp. Ich durfte nach einer dramatisch vorgetragenen Beziehungs-Story von Regina Schleheck die Bühne entern und mit der kontrafaktischen DDR-Eighties-Parodie 1984:16 den ersten humoristischen Programmpunkt beitragen. Hinterher wurde ich von einer Zuhörerin gefragt, ob ich denn im Osten aufgewachsen sei, der Sozialismus-Wahnsinn sei so authentisch rübergekommen. Bin ich nicht, aber danke für die Blumen 🙂

Listen to the Universe

Weitere Vorträge schlossen sich an: Von Andrea Tillmanns, deren Jugendbuch(?)-Romanausschnitt von einem Publikum mit einem 30 Jahre niedrigeren Altersdurchschnitt etwas besser aufgenommen worden wäre, sowie Achim Hiltrop, der mit einem Gallagher-Prolog zu gefallen wusste. Mike übernahm die Aufgabe, Bernd Wichmanns Corona-Gewinner-Story vorzutragen. Er machte seine Sache prima, obgleich die nötigen Kürzungen der starken aber langen Geschichte nicht unbedingt zuträglich waren. Ich habe Bernd anschließend ermutigt, das nächste Mal selbst auf die Bühne zu treten – ich bin sicher, es wird Dir und den Zuschauern gefallen!

Zwischendurch durfte ich mit „Happi Blues“ meinen Ruf verteidigen, einer der witzigsten zeitgenössischen SF-Autoren zu sein. Das kurbelte den Absatz meiner mitgebrachten Storysammlung „Zisch Zitro für alle“ gründlich an.

Als relativistischer Star-Trek-Muffel konnte mich Mikes Präsentation von „40 Jahre Star Trek“ und dessen Nachfolger naturgemäß wenig begeistern; aber wenn ich auch nur ein bisschen Affinität zu dem Thema hätte, hätte ich das Buch sofort gekauft, und auch noch ein paar DVDs – ein Lob für Mikes sympathischen und engagierten Auftritt!

Highlight des Abends war der Auftritt von H.D. Klein, der aus dem Nähkästchen plauderte und eine Geschichte über eine Fliege vorlas, die ihre Memoiren schrieb. Nicht zu vergessen: Der Versuch, Wortspiele mit meinen Nachnamen zu veranstalten, zog sich wie ein running Gag durch den Abend. Auf die Idee, meine Bücher als „PostSkriptum“ und meine Dystopien als „PostApokalypse“ zu bezeichnen, brachte ich Mike lieber nicht.

Nachdem Claudia Kern den Prolog ihres demnächst erscheinenden Fantasy-Romans präsentiert hatte, war das ohnehin ziemlich improvisierte Programm endgültig aus den Fugen, die Uhrzeit weit fortgeschritten, die Aufmerksamkeit auf dem Tiefpunkt und die Abfahrt der letzten S-Bahn nahe. Deshalb musste ich mich leider bei Armin entschuldigen, der erst zu später Stunde die Bühne betreten durfte – schade, ich hätte ihn gerne Lesen gehört 🙁

Fazit: Eine gemütliche, freundliche Veranstaltung, bei der man viele alte und neue Bekannte treffen konnte und prächtig bewirtet und unterhalten wurde. Das Programm hätte etwas straffer organisiert sein können, oder man hätte gnadenlos direkt um 16 Uhr beginnen sollen, obwohl der Raum da noch nicht voll war. Jederzeit wieder!