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Nichtwähler-Prognosen

Bunte Balken wachsen in die Höhe (na ja, schwarz ist genaugenommen nicht bunt), nur einer nicht: Die Nichtwähler bleiben bei den meisten Prognosen unerwähnt. Dabei werden sie immer mehr: 18% 1998, 21% 2002, 22% 2005. Und dieses Jahr?
Gerade angesichts der relativ hohen Wahrscheinlichkeit, dass die Große Koalition ohnehin fortgesetzt wird, ist es leicht, zu prognostizieren, dass die Wahlbeteiligung weiter sinken wird.
Schaut man z.B. bei der Forschungsgruppe Wahlen nach, findet man sogar eine konkrete Zahl: „insgesamt 26 Prozent (2005: 21 Prozent) geben an, dass sie gar nicht zur Wahl gehen werden oder noch nicht wissen ob, und wen sie wählen wollen“.
Rechnet man die Nichtwähler aus den „richtigen“ Parteianteilen heraus, ergibt sich ein interessantes Bild:
wahltrend_bw09
Damit wäre die „Nichtwähler-Partei“ gleichauf mit der Union, ein Viertel der Stühle blieben leer.
Unter dem Strich würde man so eine Menge Geld sparen: Diäten, Aufwandsentschädigungen, Betriebskosten.

Schade, dass unsere Demokratie so langweilig geworden ist.

Höchste Zeit für’s Web3D

Google hat sein 3D-Chat-Plugin Liveley mangels Interesse eingestellt. In SecondLife tummeln sich nur ein paar Nerds. WoW hat drei Dimensionen, dient aber hauptsächlich Monsterschlachten und Herdentrieb.
Das Web selbst ist zweidimensional – und bleibt in dieser Hinsicht meilenweit (oder besser: jahrelang) hinter den Visionen der SF-Autoren zurück.
Schon in Snow Crash bewegen sich Avatare selbstverständlich durch eine 3D-Welt, 3D-TV wurde schon in den Sechzigern selbstverständlich in jedes SF-Wohnzimmer postuliert, auch in Symbiose ist vom Web3D die Rede.
Web3D? Ja, 3D in jedem Browser, für jedermann leicht zusammenschraubbare 3D-Homepages, dann einfach 3D-Homes, in die man Besucher einladen kann, das ist der nächste Schritt.
Endlich bewegt sich auch Firefox in diese Richtung: Mit WebGL, dem offenen 3D-Standard für Browser. Der ist zwar noch nicht endgültig definiert, und noch gibt es keine offizielle Firefox-Version, die ihn vernünftig unterstützt. Aber der erste Code ist im Programm, das ist schonmal ein Anfang…

Mein Name ist Post, 680615m Post.

Vornamen sind böse!
Vorgestern haben wir gelernt, dass Lehrer schon am Vornamen Versager erkennen können. Wer Kevin heißt, muss ein Idiot sein, denn nur Eltern mit IQ unter dem Siedepunkt nennen ihre Kinder wie jemanden, der filmhistorische Katastrophen wie Postman produziert hat.
Tragisch: Unser vorzügliches Schulsystem ist nicht dazu in der Lage, vorbelastete Kevins zu smarten Männern und unschuldige Mandys zu klugen Frau zu erziehen (was sicher nichts mit archaischen Dingen wie Vorurteilen zu tun hat).
Folgende Erkenntnis wurde mir aus sicherer Quelle zugetragen:
Laut einer internen Statistik eines großen Inkasso-Unternehmens bezahlen nur 20% der Kevins und Mandys jemals ihre Schulden, aber 80% z.B. der Konstantins.
Die einzige logische Konsequenz: Vornamen abschaffen. Der naheliegende, wertneutrale Ersatz sind alphanumerische Codes. Am besten wählen wir gleich das Geburtsdatum (sechstellig), damit phantasielose Eltern nicht anfangen, ihre Nachkommen 1234, 666 oder einfach 69 zu nennen.
Zwecks Identifikation des Geschlechts kommt noch ein m oder w als Postfix hintendran, fertig ist der garantiert vorurteilsfreie Rufname, der weder eine Schulkarriere verbaut noch kräftige Herren vor der Wohnungstür zur Folge hat.
Alles wird gut!

Euer
680615m

Toller Service für Gaffer

Spiegel Online berichtet über den Amoklauf gleich mit Routenplaner:
routeberechnen
Jetzt aber schnell hinfahren, gaffen, Einsatzkräfte behindern, Gesicht betroffen in Fernsehkameras halten!*

*Ja, ich weiß, dass man den Weg auch ohne diese Einladung findet, wenn man will. Dies illustriert vor allem die gedankenlose Verknüpfung von Software im Web 2.0, die geschieht, bloß weil’s geht. Nicht weil’s sinnvoll ist. Zum Drübernachdenken bräuchte man nämlich einen echten Menschen, der das manuell pflegt, aber Computer sind billiger als Personal. Zwar auch viel dümmer, aber egal.

GOLEM 88

Es gibt mal wieder eine neue Ausgabe des von mir herausgegebenen SF-Magazins GOLEM.
einkaufswagen1kl
Da ich an anderer Stelle bereits auf den Inhalt eingegangen bin, erzähle ich an dieser Stelle bloß mal etwas über die Entstehung des Covers.
Nachdem die Idee geboren war, einen augenscheinlich Jahrzehnte alten Einkaufswagen abzubilden, fuhr ich eines Sonntags zur Filiale eines bekannten Discounters, steckte einen Euro in einen Einkaufswagen und parkte ihn mitten auf dem gähnend leeren Parkplatz, um ihn aus allen Winkeln zu fotografieren. Die Passanten schauten etwas kritisch, aber keiner rief die Polizei. Oder ich war schnell genug wieder weg.
Zuhause angekommen, fing ich an, den Einkaufswagen mit Blender nachzubauen. Hinzu kam eine rostige Textur sowie Grünzeug, generiert mit dem Ivy Generator. Dann noch eine passende Hintergrundtextur, Focal Blur und fertig.
Nicht nur wegen der Cover ist der GOLEM einen Blick wert: Er dürfte das einzige SF-Magazin in Deutschland sein, das komplett in Farbe gedruckt wird und trotzdem nicht mehr als 2 Euro kostet.
Ich wünsche allen, die so weise sind, sich ein Exemplar zu beschaffen, gute Unterhaltung!

Seltsamer Zufall…

… dass Michael Jackson ausgerechnet in dem Moment starb, in dem ich meinen übernächsten Roman konzipierte, in dem es um seltsame Zufälle geht …

Das Leben ist ein ewiges Spiel. Und irgendjemand hat die Würfel gezinkt.

Mehr dazu hoffentlich noch in diesem Leben.