Ich könnte jetzt aus einem Vortrag zitieren, den ich vor etwas über 10 Jahren an der Uni gehalten habe. Fazit war: Das Öl geht uns bald aus. Sehr bald.
Diese Schlussfolgerung war weder die eines zu fantasievollen Physikers oder eines fanatischen Radfahrers, sondern ergab sich offensichtlich aus den bunten Kurven in einer vom BMWI herausgegebenen Broschüre. Widersprochen hat mir auch niemand, und es waren mehrere Professoren anwesend, die alle rechnen konnten. Und nicht nur ich war zu dieser Erkenntnis gelangt – sie war für jedermann offensichtlich.
Getan wurde nichts, nur die Anzahl besonders großer Autos auf den Straßen hat sich seitdem vergrößert.
Kurzsichtigkeit ist eben prägendes Merkmal der Menschheit, der Weltwirtschaft und der Politik im Besonderen. Hauptsache heute Geeeeld, morgen egal.
Aber ich will nicht meckern. Sondern konstruktive Vorschläge machen.
45% der Ölvorräte befinden sich im „Besitz“ von Spekulanten, habe ich gehört. Da die ohnehin mit Verlusten rechnen müssen (im Gegensatz zu Autofahrern, die es sich immer noch nicht vorstellen können, mal mit der Bahn zu fahren, aus Gründen, die … Augenblick, dazu komme ich gleich!), werden sie enteignet, das Öl in einem Fonds verwaltet als Besitz der gesamten Menschheit, gerecht verteilt nach einem Bedarfsschlüssel, der Fahrten zum Zigarettenautomat nicht einschließt, und die Einnahmen in den Ausbau des ÖPNV gesteckt. Alle stillgelegten und noch nicht abgebauten oder zubetonierten Bahnstrecken müssen in einem Sonderverfahren ohne zeitaufwändige Juristerei reaktiviert werden. Dank Internet sind HomeOffice-Arbeitsplätze einzurichten, wo es sinnvoll ist, um Pendeln zu verringern. Steuern auf Autos mit einem Verbrauch über 7 Liter/100 km werden dermaßen erhöht, dass sie sich nur noch reiche Angeber leisten können, und schwupps, haben wir eine Reichensteuer.
Okay.
Da auf mich sowieso niemand hört, Internet-User sich aber gerne in blinden Aktionismus reinsteigern, verlange ich hiermit den autofreien Fronleichnam.
Irgendwo muss man ja anfangen.